Schlingpflanzen benötigen eine Hilfe auf dem Weg nach oben

Ganz ohne Kletterorgan gelangen Schlingpflanzen in luftige Höhen, wenn sie sich um eine andere Pflanze oder stabile Stütze winden.

Ein- oder mehrjährige Schlingpflanzen eignen sich gut als dekorativer Sichtschutz an Zäunen und zur Verschönerung kahler Mauern.

Schlingpflanzen verwandeln jeden Standort in eine bunte Oase

Schlingpflanzen gibt es viele und der Gärtner hat die Wahl zwischen ein- und mehrjährigen Pflanzen, winterharten Exemplaren mit oder ohne Blüten und vielem mehr. Sie spenden Schatten und tragen durch die Wasserverdunstung über ihre zahlreichen Blätter zu einem biologisch günstigen Klima bei. Unschöne Fassadenwände bekommen durch die Begrünung mit diesen meist schnell wachsenden Pflanzen ein neues Gesicht und auch der Hinterhof oder die Terrasse können an Aussehen gewinnen, wenn eine sich um ein Gerüst windende Pflanze ihre zahlreichen Blüten zur Schau stellt.
Selbst Sichtschutzelemente lassen sich in blühende Wände verwandeln, wenn die Winder, wie sie auch genannt werden, sich mit ein wenig Hilfe und Stütze an ihnen emporschlängeln dürfen.
Einjährige unter diesen Schönheiten der Natur sind besonders für ihr rasantes Wachstum bekannt und können bei Bedarf auch schnell wieder entfernt werden.
Übrigens: Obwohl Rank- und Schlingpflanzen nicht dasselbe sind, habe sie doch einige Gemeinsamkeiten und können daher auch zu ähnlichen Zwecken eingesetzt werden.

Schlingpflanzen erfolgreich vorziehen und einsetzen

Schlingpflanzen können auch gut im Haus vorgezogen und dann einpflanzt werden. Einjährige Winder wachsen sehr schnell, aber auch mehrjährige Pflanzen können in einem kleinen Mini-Gewächshaus ausgesät und später ausgepflanzt werden. Zum Aussäen ins Mini-Gewächshaus eignet sich am besten der Februar. Je nachdem, ob es sich bei der jeweiligen Pflanze um Dunkelkeimer oder Lichtkeimer handelt,kommt das Mini-Gewächshaus ans Fensterbrett oder eine andere Stelle. Dunkelkeimer sollten bei der Aussaat auch mit Erde bedeckt werden, während Lichtkeimer mit möglichst wenig Erde oder gar nicht bedeckt werden sollten.
Als Substrat empfiehlt sich nährstoffarme Aussaaterde, die die zarten Wurzeln zu mehr Wachstum anregen soll.
Nach der Aussaat muss das Substrat unbedingt gewässert und auch weiterhin für Feuchtigkeit gesorgt werden. Zwischen 15 und 20 °C sollte die Raumtemperatur betragen, damit die Samen zu keimen anfangen können. Nach ca. 4 Wochen dürfte sich das erste Grün zeigen und bereits 2 Wochen später kann pikiert werden.
Ein Quellbad, in dem die Samen vor der Aussaat über Nacht baden dürfen, kann die Keimung erleichtern. Die Jungpflanzen werden nach den Eisheiligen noch etwas abgehärtet, bevor sie dann an ihren endgültigen Standort gesetzt werden.

Schlingpflanzen wollen hoch hinaus klettern

Mit ihrem Spross, der sich stets in eine Richtung um eine Stütze herumwindet, kommen die Winder bis ganz weit nach oben. In der freien Natur sind Gräser, Gehölze oder andere Pflanzen ihre natürlichen Stützen. Im heimischen Garten kann der Gärtner etwas nachhelfen und der Winde, die weder einen tragfähigen Stängel noch einen Stamm entwickelt, eine Stütze seiner Wahl anbieten. Es gibt Links- und Rechtswinder, selten auch Pflanzen, die zwischen beiden Richtungen wechseln können. Spaliere eignen sich beispielsweise hervorragend als Hilfe für Kletterpflanzen, die Hauswände oder Mauern erobern sollen.
Es müssen aber nicht immer fertige Konstruktionen aus Holz oder Metall sein. Auch an einfachen Bambusstäben, Seilen oder Weidenruten können die Schlingpflanzen sich emporwinden. Besonders eindrucksvoll sehen jedoch Pyramiden aus Hasel- oder Weidenruten aus, wenn die Winden sich um sie herum hochschlängeln und dabei ihre herrlichen Blätter und Blüten zur Geltung kommen. Lediglich die Triebspitzen sollten, sozusagen als Orientierungshilfe, an die jeweilige Stütze herangeführt werden, damit die Pflanze auch wirklich in die gewünschte Richtung wächst. Mit kleinen Klammern können die Triebe am Rankgitter oder einer anderen stabilen Stütze befestigt werden, sodass sie später kaum noch zu sehen sind.

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